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Frühdefibrillation in Frammersbach


Frühdefibrillation in Frammersbach

Bei einem Pressegespräch am Dienstagnachmittag stellten die Verantwortlichen der Frammersbacher Rotkreuz-Bereitschaft gemeinsam mit Bürgermeister Peter Franz die Planung vor. Demnach soll noch in diesem Jahr mindestens ein Defibrillator angeschafft werden. Die rund 2000 Euro teuren Geräte seien beispielsweise in den USA "in beinahe jedem öffentlichen Gebäude" zu finden, so Steffen Kohlhepp, der Leiter der Frammersbacher BRK-Bereitschaft. In Deutschland hingegen sind die Apparate meist nur in Krankenhäusern, beim Rettungsdienst oder in größeren Betrieben vorhanden.
Dafür, dass Frammersbach nun als erste Gemeinde im Landkreis ein solches Gerät anschaffen wolle, gebe es keinen konkreten Anlass, erklärte BRK-Ausbilder Dieter Anderlohr. Es gehe vielmehr darum, für den Ernstfall vorzubeugen. Gerade bei größeren Festen oder Veranstaltungen gehen die Organisatoren seiner Meinung nach viel zu gedankenlos mit dem Thema um. Einen Feuerlöscher gebe es überall, einen Defibrillator hingegen finde man nirgendwo, wunderte sich Andreas Schenk. Der Medizinstudent ist im Landkreis beim Roten Kreuz für die Unterweisung im Benutzen eines Defibrillators zuständig.
Im Falle eines Herzinfarktes zählt beinahe jede Sekunde. Der aus Lohr anrückende Rettungsdienst brauche nach Frammersbach jedoch "mindestens zwölf, zum Teil aber auch über 20 Minuten", so Schenk. "Wenn keiner was macht, ist es bis dahin vorbei", so die klare Aussage des angehenden Mediziners. Ein im Ort stationierter Defibrillator könne die Überlebenschancen bei einem Herzinfarkt in Frammersbach statistisch gesehen "von derzeit um die zwei Prozent auf 30 bis 40 Prozent" erhöhen. Für Bürgermeister Peter Franz ist es daher "gar keine Frage", dass die Gemeinde ein solches Gerät anschafft: "Wenn es nur ein einziges Menschenleben retten kann, hat es sich schon gelohnt."
Unklar ist allerdings noch, wo das Gerät stationiert werden soll. Eine Option ist das zentral gelegene Rathaus. Neben den Mitgliedern der BRK-Bereitschaft sollen ohnehin auch möglichst viele der rund 50 Gemeindebediensteten in der Benutzung des Defibrillators geschult werden. Somit wäre zumindest während der Bürozeiten ein schneller Zugriff garantiert.
"Wenn es nur ein einziges Menschenleben retten kann, hat es sich schon gelohnt." Bürgermeister Peter Franz zur Anschaffung eines Defibrillators
Allerdings soll in Frammersbach ebenfalls so schnell wie möglich ein so genanntes Helfer-vor-Ort-System installiert werden. Dahinter verbirgt sich ein Netz ehrenamtlicher Helfer, die sich aus den Reihen des Roten Kreuzes rekrutieren und in einer Art Schichtdienst eine schnelle Erste Hilfe im Ort garantieren sollen. Wie Anderlohr sagte, wird die Frammersbacher BRK-Bereitschaft noch in diesem Jahr ein neues Fahrzeug für die Helfer vor Ort anschaffen. Nach Ansicht des Bürgermeisters sollte der Defibrillator dann auch in diesem Fahrzeug untergebracht sein. Da der diensthabende Helfer vor Ort über die Rettungsleitstelle zeitgleich mit dem Lohrer Rettungsdienst informiert werde, sei rund um die Uhr der schnelltsmögliche Einsatz des Gerätes garantiert, argumentierte Franz.
Das Gerät selbst kann laut Andreas Schenk "jedermann bedienen". Das Problem sei nur, dass die meisten Angst hätten, bei der Ersten Hilfe etwas verkehrt zu machen. Dass der Defibrillator tatsächlich einfach zu handhaben ist, führte Schenk sogleich vor. Als Versuchskaninchen musste Dieter Anderlohr herhalten. Zum Stromstoß kam es allerdings nicht. Als Schenk den vom Defibrillator gesprochenen Anweisungen folgend die Elektroden auf Anderlohrs entblößten Brustkorb geklebt hatte, gab das Gerät Entwarnung: Anderlohrs Herz schlug regelmäßig. Bevor der Defibrillator einen Stromstoß in vierstelliger Voltzahl aussendet, prüft es zunächst, ob das Herz auch tatsächlich unregelmäßig schlägt. Die Gefahr, dass ein Gesunder durch einen Stromstoß aus dem Defibrillator ins Jenseits befördert wird, besteht also nicht.
Um die Angst vor der Ersten Hilfe und auch vor dem Benutzen des Gerätes zu nehmen, will das Rote Kreuz in den kommenden Monaten ganz gezielt schulen, zunächst die Rotkreuzler selbst, dann das Gemeindepersonal und schließlich alle interessierten Bürger.
Eines wird sich laut Schenk aber auch dann nicht ändern, wenn in Frammersbach ein Defibrillator vorhanden ist: "Das erste, was man bei einem Herzinfarkt tun sollte, ist, den Notarzt zu rufen."
Stichwort
Herzinfarkt: Der Herzinfarkt oder plötzliche Herztod ist mit rund 120.000 Fällen pro Jahr die häufigste außerklinische Todesursache in Deutschland. Zum Vergleich: Im Straßenverkehr sterben hierzulande pro Jahr rund 6000 Menschen. Das einzige Mittel gegen das so genannte Kammerflimmern des Herzens ist die Defibrillation. Dabei wird versucht, das "elektrische Chaos", das zum ungeordneten Zittern des Herzens führt, mit einem nur wenige Millisekunden dauernden Stromstoß durch den Brustkorb zu unterbrechen und so zu einem geordneten Herzschlag überzuleiten. Je schneller die Hilfe kommt, desto größer sind die Überlebenschancen. Eine Faustzahl besagt, dass die Überlebenschance mit jeder Minute um zehn Prozent sinkt.

Text und Bild: Mainpost vom 13.09.2007





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