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Ein Mahnmal des Friedens


Ein ähnliches Bild von Solidarität zeigte sich bei der Neueinsegnung am Rinderbachtal, als die Gedenkstätte an ihrem neuen Standort, ca. 500 m vom ursprünglichen Platz entfernt, im Rahmen einer ökumenischen Feierstunde von dem katholischen Ortspfarrer Bernhard Albert (Frammersbach) und dem evangelischen Pfarrer Michael Nachtrab (Partenstein), gesegnet wurde. Bürgermeister Peter Franz ging in seiner Ansprache auf das ein, was in den Grußworten von Lohrs dritter Bürgermeisterin Rosemarie Stenger, dem FW-Landtagsabgeordneten Günther Felbinger (Sohn von Vertriebenen), Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Christian Kuznik, stellvertretender Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien und Landesvorsitzender Bayern, deutlich wurde: die Nächstenliebe und Toleranz der Frammersbacher Bürger in einer verheerenden Zeit.
Das Mahnmal ist nach den Ausführungen des Bürgermeisters für beide Seiten eine längst beliebte Begegnungsstätte geworden. Es steht sowohl für die Erinnerung als auch für den Frieden. Den Neubürgern ist es zudem Bindeglied in die verlorene Heimat. Die Vertriebenen haben nicht nur zurückgeblickt, sonder gemeinsam mit den Einheimischen angepackt und die Gemeinde zu dem gemacht, was diese heute ist. Durch die die gegenseitige Anteilnahme und das aufeinander zugehen ist ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden, das niemand mehr missen will.
"Ich wünsche mir, dass das Kreuz auch für die kommenden Generationen ein Mahnmal für den Frieden und die Versöhnung und ein Symbol für den Frieden in der Welt bleibt", schloss Peter Franz seine kurze Rede. Pfarrer Bernhard Albert sagte: "Der Verlust der Heimat zieht einem zunächst den Boden unter den Füßen weg." Im Glauben könne daraus aber ein neuer Anfang wachsen. Das Ehrenmal wolle Mahnung für den Frieden und die Solidarität sein und Gedenkstätte derer, die auf dem Weg aus ihrer Heimat sterben mussten.
Pfarrer Michael Nachtrab legte seinen Worten das Johannesevangelium, Kapitel acht, zugrunde. Die Wahrheit müsse ausgesprochen werden; nur dann könne sie eine befreiende Wirkung haben. "Die Deutschen haben anderen Unrecht und Unmenschliches angetan. Aber durch andere haben auch 15 Millionen Deutsche ihre Heimat verloren und zwei Millionen kamen auf ihrer Flucht ums Leben oder wurden in bestialischer Weise zu Tode gebracht."
Alfred Kipplinger, Bezirksobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft knüpfte in seiner Laudatio an Pfarrer Nachtrabs Worte und die Charta der Vertriebenen vom 05.08.1950 an. "Es war nie Ziel der Heimatvertriebenen, Unrecht schön zu reden oder Vergeltung einzufordern, sondern die Anerkenntnis des erlittenen Unrechts auf Völkerebene zu erlangen und die Erinnerung an die eigene Geschichte in vollem Umfang lebendig zu halten." Nur wer seine Geschichte - und sie beziehe sich auch auf die Nachbarländer - akzeptiere und aus ihr lerne, könne seiner Zukunft auf Augenhöhe begegnen. "Unser Ziel muss es sein, uns über die Gräber der Vergangenheit hinweg die Hand der Versöhnung zu reichen, um den längsten Frieden in der europäischen Geschichte einer dauerhaften Zukunft zuzuführen."
Das Mahnmal wurde 1949 von dem Steinmetz Josef Böhm (Egerland) und dem Maurerpolier Florian Porckert aus Joachimstal nach der Idee und den Plänen von Diplom-Forstwirt Herbert Grohmann gefertigt. Dessen Tochter und Zeitzeugin Ulla Römisch (Furth im Wald) war wie Helga Elstner (geboren im Sudetenland) vom Arbeitskreis Joachimstal unter den Festgästen, erinnerten an die Entstehung des Sandsteinkreuzes und überbrachten den Frammersbachern ihren Dank. Im Namen der Heimatvertriebenen und des Organisationsteams für die Umsetzung des Ehrenmals dankte Johannes Gebauer, Sohn einer heimatvertriebenen Familie, den Frammersbachern für die Aufnahe und die Unterstützung. Musikalisch gestaltet wurde die Feierstunde durch den Spielmannszug Frammersbach und den gemischten Chor AGV Sängerlust. Die Vereine führten auch den Zug an Gästen an, der sich nach der Neusegnung noch zu einer kleinen Feier der Begegnung in der Waldschlossbrauerei bewegte.


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